Ich hab’ die Haare schön
Als ich noch ganz klein war, spielte ich manchmal bei meiner Oma im Hof und stöberte gern in den alten Nebengebäuden. Dort lagen allerlei Sachen herum, u. a. eine Lockenschere. Sie diente mir als Spielzeug, und gerne ließ ich mir erzählen, wie es in den 20-er und 30-er Jahren beim Friseur zuging. Der Salon glich damals und auch Jahrzehnte später eher einer Höllenmaschinerie, erinnere ich mich noch ganz dunkel. Manchmal begleitete ich meine Oma in den Salon. Dort gab es noch Hauben mit elektrischen Verkabelungen, und es dampfte und zischte nur so. Aber sicher empfand ich es als Kind nur so schrecklich.
Die Lockenschere aus Eisen war schon ziemlich rostig und glich tatsächlich einer Schere, diente aber zum Locken formen. Dazu wurde sie zunächst auf den Ofen oder ins offene Feuer gelegt. Wenn die Lockenschere heiß war, formten sich die Damen der Vorkriegs-Generation die Haare. Und die Locken hielten!
Soweit ich mich erinnere und man auf dem Foto sehen kann, litten meine weiblichen Verwandten nicht an Haarausfall oder ähnlichem, trotz dieser beinahe brutalen Methode der Haar-Umformung. Heutzutage geht man sanfter heran – mit ebenso verlockendem Ergebnis: