Heilerde – ein Allround-Talent
Wer auf seinen Körper hört, weiß, was ihm guttut und was nicht. Für manche Wehwehchen bedarf es nur einiger Änderungen in der Lebensweise. Omas Hausmittelchen werden auch gerne hervorgekramt, um beispielsweise Erkältungsbeschwerden zu lindern.
Auf der BioFach2010 stieß ich auf ein anderes altbewährtes Mittel: Heilerde, eine pulverartige Substanz aus eiszeitlichen Lössablagerungen. Sie ist schon seit der Antike ein gutes Mittel für die innere und äußere Anwendung bei allerlei Beschwerden. Heilerde stammt aus tieferen Bodenschichten und enthält keine weiteren Zusätze, wie Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe. Sie wird für therapeutische Zwecke aufbereitet, d. h. getrocknet, gesiebt und vermahlt, bevor sie in den Handel kommt.
Die Firma Luvos stellte mir einige Proben zur Verfügung, die ich gemeinsam mit zwei Probandinnen testete bei folgenden Indikationen: Sehnenscheidenentzündung, Schleimbeutelentzündung, Sportverletzung, Sodbrennen, Hautunreinheiten.
Testverlauf
Äußerliche Anwendungen
Da es auf Anhieb nicht jedermanns Sache ist, ein gelbbraunes, feingemahlenes Pulver zu schlucken, begannen wir mit der äußeren Anwendung: Heilerdewickel und Heilerdebad. An den erdigen Geruch gewöhnten wir uns schnell. Das zehnminütige Bad in brauner Brühe machte die Haut samtweich. Bei einer Probandin rötitte sich ihre empflindliche, helle Haut durch den Heilerdewickel. Die Testphase bei der Behandlung der Sehnenscheidenentzündung dauert allerdings noch an, so dass Ergänzungen später folgen werden.
Eine intensive Durchblutungswirkung zeigte sich bei den Heilerde-Masken im Gesicht. Beim Auftragen verspürten wir zunächst aber einen kühlenden Effekt. Deshalb wird Heilerde auch bei Schwellungen, Sonnenbrand und Insektenstichen, ja sogar bei Cellulite empfohlen.
Beim Trocknen zieht die Heilerde mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen, wie Kupfer, Natrium, Eisen, Kalzium, Selen, Phosphor, Zink und Silizium Schadstoffe aus der Haut. Luvos schreibt dazu: “Je feiner der Mahlgrad, desto höher die Oberfläche der Heilerde und desto ausgeprägter ihre Fähigkeit, Bakterien, Schadstoffe, Gase und dergleichen wie ein Schwamm zu adsorbieren (anzulagern) und absorbieren (aufzusaugen).”
Das Abwaschen der Maske erzeugt einen Peeling-Effekt, danach saugt die Haut das braune Gesichtsfluid scheinbar “in vollen Zügen” auf. Das Fluid fühlt sich ganz weich auf der Haut an und wurde von allen Probandinnen bestens vertragen.
Heilerdepackungen sollen bei Akne und unreiner Haut helfen. Die Heilerde-Gesellschaft Luvos Just veröffentlichte dazu Ergebnisse aus einer Studie, die sie in Zusammenarbeit mit der Abteilung Naturheilkunde der Berliner Charité durchgeführt hat:
Papeln: -69 %
Kleine Zysten: -58 %
Pickel: – 49%
Mitessen: -36 %
Die “Gesichtsmasken-Kur” der 175 Probanden dauerte sechs Wochen.
Wer selbst von Akne oder anderen Hautunreinheiten betroffen ist, hat im Internet sicher schon viele Tipps und Erfahrungsberichte gefunden, wobei auch immer wieder Heilerde als Behandlungsmaßnahme erwähnt wird. Konsequent angewendet kann Heilerde sehr viel zur Besserung des Hautbildes beitragen, wohl aber nicht alles “wegheilen”, sagen einige Betroffene aus. Für das Ergebnis der Heilerdebehandlung spielen natürlich auch Erwartungen und Lebensgewohnheiten eine Rolle.
Innerliche Anwendungen
In meiner Familie bin ich bekannt dafür, dass ich nicht gerne flüssige Medikamente schlucke. Bei der Portionspackung der ultrafeinen Heilerde konnte ich mich trotzdem rasch überwinden. Das Gefühl von “Sand im Getriebe” war das einzige ungewöhnliche Trinkerlebnis im Mund und schnell vorüber. Wer dennoch abgeneigt ist, greift lieber zu Heilerde-Kapseln. 100 Stück kosten etwa 15 Euro. Ich denke, der Preis ist im Vergleich zu anderen Medikamenten, z. B. gegen Sodbrennen, sehr “magenfreundlich”. Weitere Preisvergleiche habe ich hier übrigens nicht angestellt.
Heilerde räumt den Darm auf, hilft gegen Durchfall und Sodbrennen. “Werden im Darm schädliche Stoffwechselprodukte von Darmbakterien an die Heilerde gebunden, trägt dies zur allgemeinen Darmsanierung bei.” Die Einnahme wirkt sich zudem positiv auf den Elektrolysehaushalt aus, berichtet Luvos. Nach Einnahme von Kapseln und Heilerde in Pulverform kann ich nur sagen: Alles im grünen Bereich im Sinne von: gut vertragen, keine speziellen Beobachtungen, rasche Wirkung.
Auf viele andere heilende Wirkungen möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da sie nicht von mir getestet wurden. Außerdem werden sie sehr ausführlich auf der Internetseite www.luvos.de erklärt. Die Firma Luvos informiert umfassend über Anwendungsarten, gibt Tipps bei bestimmten Indikationen, erklärt Zusammenhänge u. v. m., das würde hier zu weit führen.
Erstes Fazit
Heilerde gehört ab sofort in meine Hausapotheke. Auch auf Reisen werde ich Heilerde als Pulver mitführen: Sie ist schnell in der gewünschten Menge angerührt, verdirbt nicht und ist notfalls ein Helfer in vielen verschiedenen Situationen, ganz ohne Nebenwirkungen. Sicher werde ich Heilerde auch auf meine Geschenkeliste schreiben.
Mein Rat: auf den eigenen Körper hören und Heilerde vielleicht mal ausprobieren.
Einige wichtige Anmerkungen seien mir noch gestattet:
- Heilerde kann man u. a. in Apotheken kaufen, die mit ihren strengen Kontrollen für Qualität bürgen. Aussagen zur Qualität der unterschiedlichen Löss-Produkte treffe ich hier nicht.
- Studien mit Kindern hat Luvos nicht durchgeführt, so dass die Firma zumindest nicht dazu raten kann, Heilerde für die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren einzusetzen.
- Dialyse-Patienten haben eingeschränkte Organfunktionen. Für Patienten mit Nierenleiden ist Heilerde nicht geeignet.
Foto: Luvos



Ramona Hapke betreut als PR-Managerin