Videos bearbeiten
Mit digitalen Fotokameras der mittleren Preisklasse drehen selbst Amateurfilmer kurze Videosequenzen von guter Qualität. Um das eigene Werk perfekt in Szene zu setzen, benötigen sie eine geeignete, möglichst einfach zu bedienende, preiswerte Software zu Videobearbeitung.
Für Sie getestet: „Meine Videos 2 Premium“ für Windows Vista und Windows XP, eine Software zum Vertonen, Schneiden, Bearbeiten, Konvertieren und Publizieren von Filmen.
Systemvoraussetzungen
Prozessor Pentium® IV 800 (Pentium® IV 2,4 GHz für die Erstellung von HD), Microsoft® Windows® XP oder Windows Vista (32 Bit), 512 MB RAM (auf der Verpackung wird 1 GB Arbeitsspeicher angegeben), Grafikkarte 16 Bit / Auflösung 1024×768, DirectX 9.0 kompatibel, 500 MB freier Festplattenspeicher, 16 Bit Soundkarte, CD/DVD-ROM-Laufwerk/Recorder, DVD-Playersoftware zum Abspielen der DVD auf dem PC
Installation
Der Hersteller S.A.D. liefert auf DVD neben den Installationsdateien zwei Hilfedateien und ein DVD-Booklet, das Handbuch als pdf-Datei und eine umfangreiche Soundbibliothek mit.
Die zahlreichen mp3-Soundateien sind nach Kategorien geordnet auf der DVD gespeichert.
Die Setup-Routine startet bei aktiviertem Autostart-Feature automatisch und führt den Nutzer durch die Installation. Der Installationsordner wird angeboten, kann aber geändert werden. Ist bereits eine andere Version installiert, wird diese standardmäßig nicht überschrieben. Andere Programme sollten während des Installationsvorgangs geschlossen werden.
Die Installationsroutine ist unproblematisch und ähnlich vielen anderen Programmen, so dass darauf weiter nicht eingegangen werden muss. Im Vergleich zur Vorgängerversion “Meine Videos Premium” dauert sie ein wenig länger. Die Seriennummer wird beim ersten Programmstart abgefragt. Das Programm startet recht langsam. Hier und auch während der Nutzung merkt man den Unterschied zur Vorgängerversion : Die Version 2 benötigt mehr Speicherplatz.
Die Installation hinterlässt einen Eintag im Programmmenü und legt auf dem Desktop ein Icon an. Beim Aufruf über das Programmmenü sollte der Nutzer aufpassen, dass er nicht versehentlich auf Deinstallation klickt. Günstiger wäre es gewesen, wenn die Programmierer diese Option nach unten gesetzt hätten (siehe Bild).
Programmfeatures
Nach dem Programmstart erscheint die intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche mit zahlreichen Menüs. Auch die Vorgängerversion ließ sich schon beinahe intuitiv bedienen. Die Oberfläche wurde komplett umgestaltet und bietet nun noch mehr Komfort beim Bedienen. Beispielsweise werden Übergänge im Effekt-Ordner bei Darüberfahren mit der Maus sofort animiert dargestellt. Per Drag & Drop lassen sich Gestaltungselemente komplett übernehmen. Die Register Foto, Audio und Video wurden durch Filter ersetzt. Standardmäßig wird alles angezeigt, der Nutzer kann Datentypen ausblenden.
Das Programm wird hauptsächlich mit der Maus bedient. Optionen zum Konfigurieren bevorzugter Einstellungen sind jetzt im Hauptmenü untergebracht. Dort finden sich auch die Anweisungen für Neu, Öffnen Speichern (unter) und Schließen. Durch das Hauptmenü kommt etwas mehr Übersichtlichkeit in die Programmoberfläche. Leider fehlt im Haupmenü die Option, die zuletzt bearbeiteten Projekte aufzurufen.
Am Beginn der Arbeit steht ein neues Projekt, das über Hauptmenü– Neu angelegt wird. Über das Explorer-Fenster des Storyboards kann der Nutzer nun seine zu bearbeitenden Videos bequem ins Bearbeitungsfeld ziehen.
Es empfiehlt sich, zunächst ein wenig im übersichtlichen Handbuch rechts oben nachzulesen. Es wurde überarbeitet und bietet eine Schritt-für- Schritt Anleitung. Zahlreiche Screenshots veranschaulichen den jeweiligen Hilfeschritt.
Über das Menü und die Symbole erreicht der Nutzer viele Funktionen. In der oberen Navigation zeigen große, beschriftete Symbole übergeordente Funktionen, wie Export oder Brennen an. Die untere Symbolleiste ist für die direkte Arbeit am aktuellen Projekt gedacht, z. B. Effekte, Übergänge, Filter.
Aus dem Stroyboard wählt der Nutzer zu bearbeitende Dateien aus und schiebt sie nach Belieben in das untere Bearbeitungsfenster, wo er Text, Audiodateien, Animationen und Übergange hinzufügen kann. Sobald im unteren Bereich Dateien liegen, werden zusätzliche Bearbeitungssymbole, wie z. B. ausschneiden, Import, rückgängig aktiviert. Diese können zusätzlich aus dem Kontextmenü heraus (re. Maustaste) aufgerufen werden. Bei der Bearbeitung von MOV-Dateien ist mir aufgefallen, dass sich das Programm aufhängt. Grund dafür war eine alte QuickTime-Version. Nach deren Aktualisierung arbeitete das Programm einwandfrei.

Eine Vorschau-Funktion ermöglicht es dem Anwender zu sehen, wie Effekte usw. wirken, bevor er sie anwendet. Beim Darüberfahren mit der Maus über einen gelisteten Effekt öffnet sich ein zusätzliche kleines Vorschaufenster. Auch nach dem Einfügen von diversen Features kann der Nutzer jeweils das bisher produzierte Projekt in einer Vorschau ablaufen lassen.
Beim Bearbeiten von Texten öffnet sich ein Editorfenster. Hier ist leider der Beispieltext weiß auf transparentem Hintergrund voreingestellt, was den Nutzer irritieren dürfte. Mit Vordergrund ist die Schriftfarbe gemeint, das war auch in der Vorgängerversion so. Zusätzlich kann nun die Deckkraft geregelt werden.

Bereits eingebundene Effekte werden dem Nutzer durch ein kleines Symbol auf seinen Projektdateien angezeigt. Sie können stets nachbearbeitet oder gelöscht werden.
Neu sind einige Funktionen zur Bearbeitung und zum Import eines Videos. So kann der User die Lautstärke der Tonspur des Videos sowie jedes einzelen Clips ändern, um beispielsweise einen Kommentar zusätzlich als zweite Tonspur hinzuzufügen.
Die Schneidefunktion wurde wesentlich verbessert: Unerwünschte Teile kann der Anwender im Storyboard oder auf der Timeline entfernen. Dabei bleibt das Originalvideo erhalten, die Bearbeitung betrifft nur das Projekt. Neu ist der Import von Videomaterial von YouTube, Dailymotion und blipTV.
Weitere Möglichkeiten der umfangreichen Editier, Aufnahme-, Import- und Schneidefunktionen werden im Handbuch verständlich und kurz beschrieben. Damit kommt auch ein unerfahrener Nutzer zurecht.
Zur späteren Nachbearbeitung speichert der Anwender sein Filmprojekt am besten in dem programmspezifischen Format xvtc. „Meine Videos 2 Premium“ kann sehr viele Multimedia-Formate verarbeiten, konvertieren, importieren und ausgeben. Die Exportfunktion unterstützt den Nutzer bei der Auswahl des geeigneten Formats. Das Programm erlaubt auch das Brennen aus der Anwendung heraus. Die Arbeitsoberfläche beinhaltet mehrere Optionen, so dass der Nutzer hier über die Hilfe nachlesen sollte, welche Einstellungen möglich sind.
Zwischen dem Gestaltungsbereich und der oberen Symbol-Menüleiste befindet sich eine weitere Auswahlleiste. Hier finden Sie einen umfangreichen Fundus an Layouts für Ihr DVD-Menü.
Fazit
Um nicht die Details aus dem Handbuch wiederzugeben, habe ich hier nur einige Auffälligkeiten angesprochen. Viele Bearbeitungs-Prozeduren sind ähnlich zu handhaben.
Das Programm “Meine Videos 2 Premium” bietet mehr, als der Normal-Anwender benötigt. Nach relativ kurzer Einarbeitungszeit kann er das Programm intuitiv bedienen. Es macht Spaß, immer neue Features zu entdecken. Video-Freaks können sich austoben, insbesondere bei Effekten, beim Audio-Editing und beim Schnitt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist meines Erachtens sehr gut.
Offene Fragen
Ungeklärt bleibt derzeit die Frage, warum das Programm sein Projekt-Speicherformat xvtc nicht von der Vorgängerversion (xvtv) übernommen hat. Projekte der älteren Version können nicht geöffnet werden.
Support
Telefon (kostenpflichtig): 01805 723225
E-Mail: support@s-a-d.de
Web: http://www.sad-support.com (FAQ, Downloads Patches)
“Meine Videos 2 Premium” können Sie im Media-Shop zu 49,99 Euro kaufen.


Ramona Hapke betreut als PR-Managerin